Vita

Konstantin Troulos

Kosmopolit, Künstler und Lebenskünstler: Konstantin Troulos’ Werk nimmt uns mit auf die abenteuerliche Reise, wie einer seine Freiheit findet.

  

Geboren wird der Maler und Bildhauer 1945 im Schwarzwald als unehelicher Sohn einer deutschen Mutter und eines griechischen Fremdarbeiters. In eine enge, verdrängende Zeit. Die ihn ausgestoßen sein lässt, nicht angenommen, gesehen, gehört. Der kreative Geist macht schmerzliche Erfahrungen des Fremdseins, von Anfang an. Und leistet fantasievoll Widerstand, von Anfang an. Flieht in die Kunst, ins Reisen um die Welt, auf der Suche nach Austausch, Anerkennung, Vielfalt und dem Wesentlichen des Menschseins.

 

Troulos ist ein Allround-Talent. Arbeitet im erlernten Beruf als Elektriker, qualifiziert sich in den 1960/70er Jahren auf dem zweiten Bildungsweg weiter zum Diplomingenieur und Mathematiklehrer. Gleichzeitig malt er, schafft Skulpturen und ist überall unterwegs. Projekte als Ausbildungs- und Entwicklungshelfer, langjährige Aufenthalte in fernsten Ecken Europas, in der Karibik, in Palästina und Israel – ein »Tanz auf dem Globus«, wie der Titel eines Gemäldes auf Leinwand lautet. Und immer wieder Griechenland: Heimat des lang schmerzlich vermissten und endlich wiedergefundenen Vaters, Heimat der Seele.

 

Graue Theorie ist Troulos’ Sache nicht. Sicher, er belegt Kurse an der Hochschule der Künste Berlin und studiert Kulturanthropologie. Doch künstlerische Identität ausbilden, das heißt für ihn: Lernen, indem man lebt, über Emotion und positive Gefühle. Troulos ist immer mit den Menschen, mittendrin, öffnet Türen für sich und andere, findet die Inspiration für seine Bilder und Skulpturen in der Begegnung. Inspirationen, die er zusammenbringt, transformiert und daraus seinen eigenen künstlerischen Ausdruck entwickelt. 

 

So wie die Skulpturen, die Troulos aus dem Stamm von Olivenbäumen und aus Lindenholz komponiert. Auf Kreta entdeckte der bildende Künstler die Faszination des Olivenholzes. Bei Konstantin Troulos entstehen auf diese Weise bizarr anmutende Gebilde.

 

Die Vielfalt der vorwiegend natürlichen Materialien, mit denen er arbeitet, ist groß, als Maler wie als Bildhauer: Erdpigmente, Ton, Holz, Speckstein, Marmorfaserputz, Weichfaserputz, Gips. Troulos’ Gemälde sind fast alles Reliefbilder. Beispielweise »Klänge des Lichts – Nacht der Stille am kretischen Meer«: Impressionen in Gouache, wo das Meer im Mondlicht zu Erde wird und der Horizont verschwindet. Aber auch filigrane Farbstiftzeichnungen mit Vergoldung finden sich im Repertoire.

 

Enorme Faszination üben auf Konstantin Troulos künstlerische Zeugnisse aus, die frühen Epochen der Menschheitsgeschichte entstammen. Die schwäbische »Venus vom Hohle Fels« etwa oder Felsmalereien, die in der Chauvet-Höhle im südfranzösischen Ardèchetal gefunden wurden, wie Venus und Stiermann – letzterer auch ein mythologisches Motiv, das man aus der minoischen Epoche der Insel Kreta kennt.

 

Dualität und Synthese: Troulos greift die Themen auf und formt vielfältige eigene, spirituelle Interpretationen. Ein Triptychon aus Reliefbildern, eindrucksvolle Venus- und Mann-Stier-Skulpturen aus Lindenholz, die weiblich-männliche Symbiose »Um sich selbst kreisen« – aber auch »Totem der Ahnen«, eine archaisch anmutende, zwei Meter hohe Totemfigur aus Holz und Gipsmasse, zu sehen in seinem jüngst entstandenen Skulpturen- und Blumengarten.

 

Eine ganz andere Art der Synthese schafft Troulos bei der Komplettsanierung und Innenraumgestaltung seines Fachwerk-Wohnhauses im Schwarzwälder Geburtsort. Hier kann er die Vielschichtigkeit seines handwerklichen wie künstlerischen Könnens beweisen – prämiert mit einem Umweltpreis für kreativ-ökologisches Bauen. Die dabei verwendeten Materialien integriert er in der Folge auch in sein bildhauerisches Werk.

 

So gilt Troulos bis zum 14. Lebensjahr als Staatenloser, als 15jähriger ist er dabei beim Sühnemarsch in Dachau, ein Jahrzehnt später bearbeitet er einen fahlgrauen Baader-Meinhof-Steckbrief, es entsteht ein Triptichon. Konstantin Troulos, der Welten- und Zeitenbummler: Ein Wunder, wäre er kein politischer Mensch. Viel hat er persönlich miterlebt, wie das aufatmende Athen 1975 nach dem Ende der Militärjunta. Geschichte ist für ihn immer Teil des sich entwickelnden Selbst – das Autobiographische im gesellschaftlichen Kontext. 

 

Zahlreiche Erinnerungen, verwoben mit fiktionalen Überblendungen, hat Troulos in der Trilogie »Das Leben ist ein Kunstwerk« schriftstellerisch verarbeitet. »Auf der Spur des Fremden: Zwischen Mauern und Grenzen« vereinen sich dort Momentaufnahmen und Zeitzeugengespräche, Reiseberichte, poetische Reflexion und Illustration. Bis heute ist ihm wichtig, Brücken zu bauen und Zeichen zu setzen gegen jedwede Entmenschlichung. (Autor >)

 

In diesem Sinn pflegt Konstantin Troulos’ künstlerisches Tun seit jeher den Bezug zur Philosophie der Antike. Wiederkehrender Topos ist die Freundschaft in all ihren Facetten: Philia, Agape, Eros. Denn Freundschaft und Liebe sind für ihn die wichtigste Triebfeder überhaupt.

 

Gekämpft hat er, und ist immer wieder aufgestanden, sagt Konstantin Troulos. Kunst ist Hoffnung, ist Freiheit: Eine Ausstellung von Troulos’ Werk kann kein herkömmliches Herzeigen sein. Es sind Erlebnis-Abende, in denen der Künstler Geschichte und Geschichten zu erzählen weiß. Und in der dann seine Bilder und Skulpturen für sich sprechen.

 

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Konstantin Troulos -

Kosmopolit, Künstler und Lebenskünstler




 

1945 geboren im Schwarzwald

als Sohn eines griechischen Fremdarbeiters

und einer deutschen Mutter.

  

 

1950 fünf Jahre alt, allein gelassen

 -  ausgeliefert den  -  Gedächtnislosen  -  

den Gründern der BRD.  

 

 

 

 

 




Weiterhin wehre ich mich,

wenn wegen Theorien

Tatsachen manipuliert werden.



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