Vita

Konstantin Troulos

Kosmopolit, Künstler und Lebenskünstler: Konstantin Troulos’ Werk nimmt uns mit auf die abenteuerliche Reise, wie einer seinen individuellen Weg findet.

  

Geboren wird der Maler und Bildhauer im Schwarzwald als unehelicher Sohn einer deutschen Mutter und eines griechischen Fremdarbeiters; in eine enge, repressive Zeit. Die ihn ausgestoßen sein lässt, nicht angenommen, gesehen, gehört. Seit seiner Kindheit (geb. 1945) macht er schmerzliche Erfahrungen des Fremdseins, von Anfang an. Auf der Suche nach Austausch, Anerkennung, Vielfalt und dem Wesentlichen des Menschseins. 

 

Konstantin Troulos arbeitet im erlernten Beruf als Elektriker, qualifiziert sich in den 1960/70er Jahren auf dem zweiten Bildungsweg weiter zum Diplomingenieur und Mathematiklehrer. Projekte als Ausbildungs- und Entwicklungshelfer, in der Karibik, in Palästina und Israel – ein »Tanz auf dem Globus«, wie der Titel eines Gemäldes auf Leinwand lautet. Und immer wieder Griechenland: Heimat des 1941/42 deportierten griechischen Vaters.

 

Graue Theorie ist Troulos’ Sache nicht. Er ist Autodidakt, belegt Kurse an der Hochschule der Künste Berlin und studiert einige Semester Kulturanthropologie an der UNI FREIBURG. Doch künstlerische Identität ausbilden, das heißt für ihn: Lernen und Tun, indem man über eingrenzende Emotionen und Ängste hinaus lebt und arbeitet. Konstantin Troulos inmitten seiner Auslands-Projekten, eröffnen sich Türen. Begegnung mit Menschen anderer Kulturen werden Inspiration für seine Bilder und Skulpturen. So wie die Skulpturen, die Konstantin Troulos aus dem Stamm von Olivenbäumen und aus Lindenholz komponiert. Auf Kreta entdeckte der bildende Künstler die Faszination des Olivenholzes. Bei Konstantin Troulos entstehen auf diese Weise bizarr anmutende Schnitzereien.

 

Die Vielfalt der vorwiegend natürlichen Materialien, mit denen er arbeitet, ist groß, als Maler wie als Bildhauer: Erdpigmente, Ton, Holz, Speckstein, Marmorfaserputz, Weichfaserputz, Gips. Troulos’ Gemälde sind fast alles Reliefbilder. Beispielweise »Klänge des Lichts – Nacht der Stille am kretischen Meer«: Impressionen in Gouache, wo das Meer im Mondlicht zu Erde wird und am Horizont der Übergang Meer-Himmel schwindet. Aber auch filigrane Farbstiftzeichnungen finden sich im Repertoire.

 

Enorme Faszination üben auf Konstantin Troulos künstlerische Zeugnisse aus, die vergangener Epochen der Menschheitsgeschichte entstammen. Die schwäbische »Venus vom Hohle Fels« etwa oder Felsmalereien, die in der Chauvet-Höhle im südfranzösischen Ardèchetal gefunden wurden, wie Venus und Stiermann – letzterer auch ein mythologisches Motiv, das man aus der minoischen Epoche der Insel Kreta kennt. 

Dualität und Synthese: Troulos greift dieses Thema auf und formt vielfältige eigene, spirituelle Interpretationen. Ein Triptychon aus Reliefbildern, eindrucksvolle Venus- und Mann-Stier-Skulpturen aus Lindenholz.

 

Eine ganz andere Art der Synthese schafft Troulos bei der Komplettsanierung und Innenraumgestaltung seines Fachwerk-Wohnhauses im Schwarzwälder Geburtsort. Hier kann er die Vielschichtigkeit seines handwerklichen wie künstlerischen Könnens beweisen – prämiert mit einem Umweltpreis 2000 des Landkreises Waldshut, für kreativ-ökologisches Bauen. Die dabei verwendeten Materialien integriert er in der Folge immer wieder in sein bildhauerisches Werk.

 

So gilt Troulos bis zum 14. Lebensjahr als Staatenloser, als 15jähriger ist er dabei beim Sühnemarsch in Dachau, Jahrzehnte später entsteht ein Triptichon aus einem Baader-Meinhof-Steckbrief, er war Student in Frankfurt/M. Konstantin Troulos, der Welten- und Zeitenbummler: Ein Wunder, wäre er kein politischer Mensch. Viel hat er persönlich miterlebt, wie das aufatmende Athen 1975 nach dem Ende der Militärjunta. Geschichte ist für ihn immer Teil des sich entwickelnden Selbst – das Autobiographische im gesellschaftlichen Kontext. 

 

Zahlreiche Erinnerungen, verwoben mit fiktionalen Überblendungen, hat Troulos in der Trilogie »Das Leben ist ein Kunstwerk« schreibend verarbeitet. Sequenzen aus seinem ersten Buch »Auf der Spur des Fremden: Zwischen Mauern und Grenzen« vereinen Momentaufnahmen und Zeitzeugengespräche, Reiseberichte, poetische Reflexion und Illustration. Bis heute ist ihm wichtig, Brücken zu bauen und Zeichen zu setzen gegen jedwede Entmenschlichung. (Autor >)

 

In diesem Sinn pflegt Konstantin Troulos’ künstlerisches Tun seit jeher den Bezug zur Philosophie der griechischen Antike. Wiederkehrender Topos ist die Freundschaft in all ihren Facetten: Philia, Agape, Eros. Denn Freundschaft und Liebe sind für ihn die wichtigste Triebfeder überhaupt.



Konstantin Troulos -

Kosmopolit, Künstler und Lebenskünstler




 

1945 geboren im Schwarzwald

als Sohn eines griechischen Fremdarbeiters

und einer deutschen Mutter.

  

 

1950 fünf Jahre alt, allein gelassen

 -  ausgeliefert den  -  Gedächtnislosen  -  

den Gründern der BRD.  

 

 

 

 

 


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