Griechenland in der Krise


Mai 2015 in Griechenland. 

In Athen in dieser großen Stadt, wirkte sich die Wirtschaftskrise besonders heftig aus. Fast jeder bekommt die Auswirkungen der Krise zu spüren: Kaum eine Familie, die nicht einen oder mehrere Arbeitslose hat, kaum ein Berufszweig, der nicht betroffen ist, kaum ein Arbeitnehmer, der sein Geld pünktlich auf seinem Konto hat - von den Kürzungen mal abgesehen.

Die Schuldzuweisungen Ursache Krise lasse ich außen vor und bringen hier nicht weiter. Ich reise mit taz.reisen in die Zivilgesellschaft nach Athen und werde mir vor Ort ein eigenes Bild der Situation machen können.

 

"Die Geschichte Athens zeigt uns sehr gut, dass Höhen und Tiefen, Blüte und Untergang schon immer abgewechselt haben", sagt der Direktor des modernen Akropolis-Museums Dimitrios Pandermalis

 Eine schwierige Zeit - das ist sie in der Tat! Seit einigen Jahren denken wir beim Wort "Athen" nicht nur an die Hochkultur der Antike, sondern auch, oder vor allem, an die griechische Wirtschaftskrise, an Streiks und Demonstrationen am Syntagma-Platz vor dem griechischen Parlament. Viele sogar an die "faulen" Griechen, die lange auf Kosten der deutschen Steuerzahler gelebt haben und nun auf hohem Niveau jammern, weil sie nicht mehr im Luxus leben können.

Doch ist das so?

 Ich freue mich auf ein Zusammentreffen mit aktiven Athenern, werde meine griechischen Sprachkenntnisse vertiefen können und mit Menschen in Kontakt kommen die täglich gegen die Auswirkungen der Krise kämpfen.

 

Innovative Initiativen gegen die Wirtschaftskrise

Die Gruppe O allos anthropos (Der andere Mensch): Diese Gruppe kocht jeden Tag auf einem anderen öffentlichen Platz und verteilen das Essen umsonst. Dabei sammeln sie die Lebensmittel, die sie am Tag darauf benutzen können.

 Alexándros Theodoridis, Mitbegründer der Initiative Borume (Wir können). Diese Gruppe verbindet Menschen, die Essen übrig haben, mit denen, die Essen benötigen. Es handelt sich um größere Mengen - z.B. das Brot, das eine Bäckerei am Ende des Tages übrig hat oder die Reste vom Hochzeitsbüffet eines Paares - also auch um zwei oder drei Portionen, die vom Mittagessen übrig bleiben, und die Familien nicht wegschmeißen wollen. Eine einfache Idee mit großer Wirkung. So werden mittlerweile täglich rund 2.500 Portionen Essen verschenkt.

 

Soziale Arztpraxis, ΜΗΤΡΟΠΟΛΙΤΙΚΟ ΚΟΙΝΩΝΙΚΟ ΙΑΤΡΕΙΟ ΕΛΛΗΝΙΚΟΥ

Εine Notfallpraxis für Menschen ohne Krankenversicherung, mittlerweile ist jeder dritte Grieche ohne Krankenversicherung. Wir erfahren wie diese Praxis aufgebaut ist und wo ihre Grenzen sind; fehlende Medikamente und Verbandsmaterial!

 Treffen auf Menschen die für die Rechte der Flüchtlinge kämpfen und sprechen mit Vertretern von Migrantenorganisationen:

Wie könnte man mit der neuen Regierung und mit der EU zusammenarbeiten, damit das enorme Flüchtlingsproblem gemildert werden kann.

Welche Maßnahmen können/müssen ergriffen werden, damit die Neonazi-Partei "Goldene Morgenröte" die Situation nicht für ihre Ziele/Interessen ausnutzt. 

 

Der Historiker Menelaos Haralambidis zeigt uns das Athen während der Besatzungszeit  durch die Deutsche Wehrmacht im II. WK: ehemalige Kommandatur, in deren Untergeschoss die Widerstandskämpfer gefangen gehalten wurden. 

  Der Historiker erzählt, wie das Leben während der Zeit der Besatzung war, was mit der griechischen Wirtschaft passierte und warum die Zeit im nationalen Gedächtnis der Griechen noch sehr präsent ist. Ein Stadtrundgang führt vor Augen, wie absurd eine Neonazi-Partei in Griechenland ist und warum die Griechen auf Kritik mit erhobenem Zeigefinder - gerade aus Deutschland - empfindlich reagieren.

 

Obdachlosenunterkunft der Organisation Klimaka

Situation der Neu-Obdachlosen, sprich der Menschen, die bis zur Krise ein normales Leben führten und nun auf der Straße leben. Besuch der Redaktion des erst in der Krise entstandenen Straßenmagazins Schedia. Gespräche mit Obdachlosen, die das Magazin verkaufen. 

 

Aktivistengruppe Atenistas

Sozial engagiert. Hat sich als Ziel gesetzt das Lebensniveau im Zentrum Athens zu verbessern, sie wandeln u.a. brachliegende Flächen in Spielplätze, hässliche, graue Flecken Athens werden farbenfroh gestrichen, neue Parkbänke an Haltestellen platziert, heruntergekommene Schulen gestalten, und vieles mehr. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Dabei kann jedermann eine Aktion vorschlagen, die Aktionen selber leben vom Mitmachen. 

   Die Atenistas rufen im Internet zur Teilnahme auf und die Resonanz ist enorm. Die Mittel, die für Aktionen benötigt werden, sind ausschließlich Spenden. 

 

Initiative Arsis

Sie leistet Sozialarbeit was wir in D. unter Heilarbeit verstehen. Vor allem liegt die Fokusierung auf die Situation Minderjähriger und "Kinder der Ampel", Strassenkinder; mit einbezogen sind auch minderjährige Flüchtlinge. 

 

Athen (Ilioúpoli) ist die Kulturinitiative Kinitron aktiv.

Die Mitglieder verbinden Solidarität mit Kultur. Viele sind selbst arbeitslos und was die Theaterarbeit betrifft Laien. Bsp. führen sie Theaterstücke für Bedürftige umsonst auf. Wer will/kann bringt Lebensmittel mit die verteilt werden. Sonst sind die Mitglieder in vielen Bereichen tätig um Menschen in Not zu helfen.

 

Die deutschen Medien berichteten von einer Musikschule-Projekt in Athen.

Eine Hauseigentümerin hat ein Gebäude drei Jahre kostenlos zur Verfügung gestellt. Dort werden Kinder/Jugendliche von Musik-lehrerInnen kostenlos unterrichtet, deren Eltern den Unterricht nicht mehr bezahlen können. Die MusiklehrerInnen unterrichten in ihrer freien Zeit. Menschen spenden Musikinstrumente für den Unterricht. 

 

Mal sehen, wo ich mitarbeiten kann und welche Netzwerke ich knüpfen kann für eine Unterstützung/Mitarbeit aus Deutschland.